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Talaria Komodo im Test: 97,2 Volt, 754 Nm am Rad und L3e-Zulassung

27. August 2026 3 Min. Lesezeit 661 Wörter

Talaria Komodo im Test: 97,2 Volt, 754 Nm am Rad und L3e-Zulassung

Die Talaria Komodo ist das Modell, mit dem Talaria die Klasse der leichten E-Cross-Bikes verlässt und ein vollwertiges Elektro-Enduro anbietet. 97,2 Volt Systemspannung, 32 kW Spitzenleistung, 754 Nm Drehmoment am Hinterrad und eine L3e-Straßenzulassung in der 125er-Klasse: Das ist ein anderes Anforderungsprofil als bei jedem kleineren Modell.

754 Newtonmeter – und warum die Zahl so groß ist

754 Nm klingen nach einem Tippfehler, wenn man Drehmomentangaben von Verbrennern gewohnt ist. Ein 125er-Motorrad liefert rund 12 Nm an der Kurbelwelle. Der Unterschied liegt im Messpunkt: Talaria gibt das Drehmoment am Hinterrad an, also nach der gesamten Übersetzung.

Am Motor selbst steht ein deutlich kleinerer Wert. Die Zahl ist damit nicht falsch, aber sie lässt sich nicht direkt mit einer Motorangabe vergleichen. Was sie richtig beschreibt, ist das Gefühl am Gasgriff: Die Komodo zieht aus jeder Drehzahl und in jeder Lage an, ohne dass irgendetwas geschaltet oder aufgebaut werden müsste.

Die 97,2-Volt-Architektur

Höhere Spannung bedeutet bei gleicher Leistung weniger Strom. Weniger Strom bedeutet weniger Verlustwärme in Kabeln, Controller und Motorwicklung. Genau das ist der Grund, warum die Komodo ihre Leistung länger halten kann als Modelle mit 60- oder 72-Volt-Technik.

Der Akku fasst 45 Ah, das ergibt 4,37 kWh. Talaria gibt 115 km Reichweite bei 45 km/h an – ein etwas höheres Referenztempo als die 40 km/h, mit denen die meisten Wettbewerber rechnen. Im gemischten Geländeeinsatz bleiben realistisch 60 bis 80 km, auf schneller Enduro-Runde entsprechend weniger.

L3e: der eigentliche Unterschied im Programm

Die Komodo wird als L3e-Fahrzeug zugelassen und fällt damit in die 125er-Klasse. Das ist der wichtigste praktische Unterschied zu den kleineren Talaria-Modellen mit L1e.

Was das für den Führerschein bedeutet

L1e-Fahrzeuge fahren mit 45 km/h und Versicherungskennzeichen, zugänglich ab Klasse AM. Für L3e braucht es Führerschein A1 oder die Schlüsselzahl B196 im Autoführerschein. Dafür darf die Komodo im Straßenbetrieb schneller fahren als 45 km/h und bekommt ein reguläres Versicherungskennzeichen der Klasse.

Wer nur den Autoführerschein ohne B196 besitzt, kann die Komodo auf öffentlichen Straßen nicht legal bewegen. Das ist vor dem Kauf zu klären – die Einordnung der Klassen steht im Zulassungsleitfaden.

98 Kilogramm und ein echtes Enduro-Fahrwerk

Mit 98 kg ist die Komodo rund 22 kg schwerer als die Sting MX5 Pro. Das Gewicht steckt in Rahmen, Fahrwerk und Akku – und man bekommt es zurück, sobald das Tempo steigt.

Auf schnellen, ausgewaschenen Wegen liegt die Komodo satt, wo leichtere Bikes unruhig werden. Im engen Wald und bei Schrittgeschwindigkeit an der Stufe dreht sich das Verhältnis: Dort ist jedes Kilo spürbar, und die Sting ist das handlichere Werkzeug.

Wo die Komodo gegen die Sur-Ron-Konkurrenz steht

Der direkte Gegenspieler ist die Sur-Ron Ultra Bee. Beide haben rund 4,4 kWh Akku und 115 km angegebene Reichweite. Die Ultra Bee ist mit 88,5 kg leichter und beschleunigt schneller, die Komodo hat die höhere Systemspannung, mehr Spitzenleistung und ab Werk die L3e-Option.

Wer Handlichkeit sucht, nimmt die Ultra Bee. Wer ein straßenzugelassenes Enduro in der 125er-Klasse will, kommt an der Komodo kaum vorbei. Der ausführliche Gegenschnitt steht im Markenvergleich.

Was die Dauerleistung über den Alltag verrät

Neben den 32 kW Spitzenleistung gibt Talaria 8,6 kW Dauerleistung an. Diese zweite Zahl wird gern übersehen und beschreibt den Alltag genauer als die erste. Spitzenleistung steht für wenige Sekunden zur Verfügung – beim Antritt, beim Sprung, beim Herausbeschleunigen aus der Kurve. Dauerleistung ist das, was der Antrieb über Minuten hält, ohne dass die Temperatur ihn zurückregelt.

8,6 kW entsprechen rund 11,7 PS. Das ist genau der Bereich, in dem sich ein 125er-Verbrenner auf der Landstraße bewegt – und der Grund, warum sich die Komodo im Dauerbetrieb wie ein vollwertiges Motorrad anfühlt und nicht wie ein aufgeladenes Fahrrad.

Fazit

Die Komodo ist Talarias Antwort auf die Frage, ob ein Elektro-Bike ein vollwertiges Enduro ersetzen kann. Für Fahrer mit A1 oder B196, die überwiegend schnell und grob unterwegs sind und die Straßenzulassung wirklich nutzen, lautet die Antwort ja.

Ausstattung, Farben und Lieferzeit stehen auf der Produktseite der Komodo, alle Modelle in der Talaria-Übersicht.

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